25 Milliarden Euro warten auf ihre Verwendung

Das Corona-Virus macht eine ungewöhnliche, aber vernünftige Partnerschaft möglich: Die VÖPE (Vereinigung Österreichischer Projektentwickler) und die GBH (Gewerkschaft Bau-Holz) starten eine gemeinsame Initiative. Es geht um baureife Projekte mit einem Gesamtvolumen von 25 Milliarden Euro, die mangels an Bescheiden und Beschlüssen derzeit „auf Eis” liegen.

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Durch ein stärkeres Bekenntnis seitens der VÖPE zu regionalen Vergaben aller Auftragnehmer inklusive der Subunternehmen könnten dadurch rund 250.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert bzw. geschaffen werden, rechnen VÖPE-Präsident Erwin Soravia und Josef Muchitsch – Nationalratsabgeordneter sowie Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz – vor.

Denn ab Herbst werde die Krise an die Türen der Baufirmen „klopfen”. Und: Am Bau trifft im Winter die Corona-Arbeitslosigkeit auch noch auf die Winterarbeitslosigkeit. Der Staat alleine wird das nicht mehr „stemmen“ können, deshalb muss die Konjunkturlokomotive Bau auch durch private Bauprojekte mit „Sprit“ versorgt werden. „In der Krise gilt es, alle Kräfte ohne Vorurteile noch stärker zu bündeln“, sagt Muchitsch. „Dabei darf nur die Vernunft zählen! Wir haben nur dann eine Chance, gut ins Frühjahr zu starten, wenn wir die Zeit bereits jetzt nutzen und baureife Projekte schneller startklar machen. Je größer die Bauprojekte, umso länger die Vorarbeiten und die Vorlaufzeiten.“

Eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS) belegt: Jede investierte Million Euro sichert rund zehn Arbeitsplätze, schafft eine Wertschöpfung durch direkte und indirekte Effekte von mehr als 900.000 Euro und sorgt für eine Steuer- und Abgabenleistung von mehr als 300.000 Euro. „Dieses Geld kommt wieder direkt in Österreich an und bringt die Konjunktur insgesamt zum Laufen“, meint VÖPE-Präsident Soravia. „Eine interne Umfrage unter unseren Mitgliedern hat ergeben, dass derzeit rund 25 Milliarden Euro an Bauvorhaben mangels Bescheiden und durch fehlende Beschlüsse in Bauausschüssen auf Eis liegen. Wenn nur ein Teil dieser privaten baureifen Projekte jetzt schneller bewilligt wird und der Rest in Etappen, wird daraus das größte Konjunkturpaket der 2. Republik.“

Stärkeres Bekenntnis zu regionalen Vergaben

Die gemeinsamen Forderungen von VÖPE und GBH umfassen vier Punkte: Schnelle Behördenwege, verbindliche Fristen und Zeitfenster auf Behördenseite, planbare und verlässliche Timelines sowie digitalisierte Prozesse, die der modernen Realität entsprechen.

Gekoppelt sind diese gemeinsamen Forderungen daran, dass alle Auftragnehmer – auch Subunternehmen – seitens der VÖPE noch stärker an regionale Vergaben gebunden werden. Muchitsch: „Jeder einzelne Euro, der schneller auf österreichischen Baustellen landet und somit in heimische Unternehmen und ihre Beschäftigten investiert wird, bekämpft die Rekordarbeitslosigkeit.”

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