voestalpine garantiert konsequent Hightech vom Feinsten

Zugegeben: Aktuell setzen der schwächelnde Automarkt, steigende Eisenerzpreise bei gleichzeitig sinkenden Stahlpreisen, die im Zuge der internationalen Handelsstreitigkeiten eingeführten US-Importzölle auf Stahl und Aluminium und jetzt auch noch das Coronavirus dem Daily Business der voestalpine zu.

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Und es ist nicht wegzuleugnen, dass der Konzern in den ersten drei Quartalen 2019/20 einen Nettoverlust erwirtschaftet hat.

Doch derlei temporäre Weltwirtschaftsgewitter wird voestalpine als weltweit führender Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz und damit echter Top Leader schon bald wieder „wegstecken“ können. Immerhin verfügt die global tätige Unternehmensgruppe per Ende Februar 2020 über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten der Welt und zählt mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- sowie Öl- & Gasindustrie. Darüber hinaus ist die voestalpine Weltmarktführer bei kompletten Bahninfrastruktursystemen sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. In den ersten drei Quartalen des aktuellen Geschäftsjahres von voestalpine (1. April 2019 bis 31. März 2020) erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 9,6 Mrd. € ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 837,2 Mio. € und beschäftigte weltweit knapp 50.000 Mitarbeiter. 

Diese beeindruckenden Zahlen basieren auf der weisen Erkenntnis, dass man sich kontinuierlich weiterentwickeln muss, um „am Ball“ zu bleiben. „Das Schlüsselwort für den globalen Erfolg der voestalpine heißt Innovation“, sagt voestalpine-Forschungschef Franz Androsch. „Das aktuelle Rekordforschungsbudget von 184 Mio. Euro (für das Geschäftsjahr 2019/20, Anm.) zeigt deutlich, dass Forschung, Entwicklung und Innovation im voestalpine-Konzern höchste Priorität haben. Es wird konsequent in diesen Schlüsselbereich investiert, denn allen hier ist klar: Nur mit einer Spezialisierung in Verbindung mit der Technologie- und Qualitätsführerschaft sichern wir unsere Zukunft als internationaler Player in anspruchsvollsten Produktsegmenten ab.“ Die Forschungsquote (Anteil der F&E-Aufwendungen am Umsatz) der voestalpine liegt bei starken 1,26 Prozent, gemessen an der Wertschöpfung beträgt der Anteil des F&E-Aufwandes drei Prozent.

Unglaublich viel Innovationspower

Ein gutes Beispiel dafür ist jener Stoff, mit dem jeder die voestalpine sofort assoziiert: Stahl. Dieses klassische Produkt ist für den Konzern gleichzeitig ein Zukunftswerkstoff, dessen kontinuierliche Weiterentwicklung die Grundlage neuer Mobilitäts-, Energie- oder Infrastrukturkonzepte darstellt. So erforscht die voestalpine in einer weltweit einzigartigen Pilotanlage in Leoben-Donawitz die Produktion neuer Hochleistungsstähle, die von den steirischen Konzerngesellschaften zu Spezialschienen, Qualitätswalzdraht und äußerst belastbaren Ölfeldrohren weiterverarbeitet werden. Diese Spezialitäten werden rund um den Globus dringend gebraucht: In der Automobilindustrie sorgen neue, höchstfeste Stähle für weniger Gewicht und gleichzeitig höhere Sicherheit im Fahrzeug. Und im Bahnverkehr machen hochbeanspruchbare Hightech-Stähle die Schienen und Weichen bis zu doppelt so lang befahrbar als bisher — und das wirkt sich neben einer höheren Streckenverfügbarkeit durch verringerten Materialeinsatz auch positiv auf die Ökobilanz aus.

Noch ein Beispiel für die Innovationspower der Linzer: Rolls-Royce, einer der weltweit führenden Triebwerkshersteller, setzt mit einem aktuellen Großauftrag (Mitte 2019) auf Hochleistungswerkstoffe der voestalpine. So liefert die High Performance Metals Division des Konzerns anspruchsvollstes Vormaterial für Triebwerksscheiben, die im Flugbetrieb extremen Belastungen standhalten müssen. Schon heute ist die voestalpine mit Hightech-Werkstoffen und Spezialschmiedeteilen für Struktur-, Fahrwerks-, Flügel- und Triebwerkskomponenten in allen großen Flugzeugmodellen von Airbus und Boeing bis zu Embraer und Bombardier vertreten. Aktuell liegt der Konzernumsatz im Zukunftsmarkt Luftfahrt bei rund 400 Mio. € – mittelfristig soll dieser Anteil sogar auf 500 Mio. steigen. Die Anforderungen an das im Inneren eines Triebwerks eingesetzte Material sind enorm – bis zu 16.500 Umdrehungen pro Minute und Temperaturen von mehr als 2.000 °C bilden die ‚Betriebsumgebung‘. „Wir haben uns, ausgehend von unserem Know-how bei Spezialstählen, in den letzten zehn Jahren als einer der weltweit führenden Zulieferer für die Luftfahrtindustrie etabliert“, erklärt der neue Vorstandsvorsitzende Herbert Eibensteiner. „Der Auftrag von Rolls-Royce ist sowohl aus wirtschaftlicher als auch technologischer Sicht der größte Durchbruch, den wir bislang im Triebwerksbereich erzielt haben, und bestätigt uns in unserer konsequenten Fokussierung auf Qualität und Innovation.“ Erst im Herbst 2018 ist am Standort Kapfenberg eine neue, 40 Mio. € teure Schnellschmiedelinie in Betrieb gegangen, mit der die optimalen technischen Voraussetzungen für die Herstellung solcher Hightech-Produkte geschaffen wurden. Der Auftrag von Rolls-Royce erstreckt sich über eine Laufzeit von zehn Jahren – bereits heuer kommen die ersten Lieferungen.

Die Wasserstoffvorbilder

Und noch ein weiteres Projekt verfügt über echte Top Leader-Qualitäten: Kürzlich hat die weltgrößte Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff am voestalpine-Standort in Linz erfolgreich ihren Betrieb aufgenommen und setzt damit einen internationalen Meilenstein in der Entwicklung neuer Optionen für die Energieversorgung. Mit dem EU-geförderten Projekt „H2Future“ erforschen die Partner voestalpine, Verbund, Siemens, Austrian Power Grid, K1-MET und TNO die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff, der langfristig die fossilen Energieträger in der Stahlproduktion ablösen soll.

„Wir haben uns klare Ziele zur weiteren Direktvermeidung von CO2-Emissionen in der Stahlherstellung für die kommenden Jahre gesetzt“, sagt Eibensteiner. „Mit der Inbetriebnahme der weltgrößten Wasserstoff-Pilotanlage an unserem Standort Linz ist ein wesentlicher Schritt gelungen, um diese Technologietransformation voranzutreiben.“ Langfristig strebt der Konzern an, den Einsatz von ‚grünem‘ Wasserstoff im Stahlerzeugungsprozess sukzessive zu erhöhen und so bis zum Jahr 2050 die CO2-Belastung um insgesamt mehr als 80% (!) senken zu können.

Unterm Strich also: Entwarnung für ein österreichisches Vorzeigeunternehmen – und das sogar schon kurzfristig. „Unsere in Umsetzung befindlichen Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme beginnen bereits Wirkung zu zeigen und wir sehen erste Anzeichen, dass es in einigen Geschäftsbereichen zu einer Stabilisierung der Nachfrage kommen könnte“, zieht CEO Herbert Eibensteiner ein zukunftsorientiertes Resümee. „Als klare Stärke erweist sich in diesen herausfordernden Zeiten unsere breite technologische und regionale Aufstellung – so verzeichneten die Segmente Bahninfrastruktur, Luftfahrtindustrie sowie die Schweiß- oder Lagertechnik über die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres eine durchaus solide Entwicklung.“

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