Wirtschaftsfaktor Wintertourismus – schlicht und einfach unverzichtbar!

Wiewohl sich der Fremdenverkehr hierzulande gleichmäßig auf die Sommer- und auf die Wintersaison verteilt, gilt Österreich allgemein doch eher als Land des Wintertourismus – bis hin zur adäquaten Beschneiung …

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Einige Zahlen vorab: Insgesamt gab es im Jahr 2018 in Österreich rund 150 Mio. (genau: 149,8 Mio.) Nächtigungen. Der direkte Wertschöpfungseffekt des Tourismus betrug 24,972 Mrd. und die Gesamtausgaben der in- und ausländischen Besucher beliefen sich auf 42,45 Mrd. €.

Als vorwiegend von den Alpen beherrschtes Land offerieret unser Land Österreich zahlreiche Möglichkeiten, den alpinen Skisport auszuüben. Insbesondere die westlichen Bundesländer bieten in beinahe jedem Alpental ein oder mehrere Skigebiete, die mit zahlreichen Aufstiegshilfen (Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifte) ausgestattet sind. Die großen Skiarenen in den Alpen verfügen über 50 oder mehr verschiedene Liftanlagen und manchmal über 100 km präparierte Skiabfahrten.

Die größten Wintersportgebiete liegen in Tirol und Vorarlberg (z. B. Arlberg, Lech/Zürs/Warth, Paznauntal, Ötztal, Zillertal, Stubaital, Kitzbühel, Seefeld) und in Salzburg (z. B. Skiverbund Amadé, Saalbach Hinterglemm, Radstadt/Altenmarkt/Zauchensee, Obertauern). Wintertourismus besteht auch in Kärnten (z. B. Nassfeld, Gerlitzen, Weißensee) und der Steiermark (z. B. Dachstein-Tauern-Region). Auch in Ostösterreich gibt es viele Skigebiete, die häufig auch mit anderen Wintersportmöglichkeiten kombiniert sind, z.B. mit Langlaufloipen, Rodelbahnen oder Thermalbädern. Zusätzlich gibt es in Österreich trotz der Gletscherschmelze einige Gletscherskigebiete, die im Wesentlichen unabhängig von der Schneelage ganzjährige Wintersportmöglichkeiten bieten.

Im Wintersport-Umfeld werden derzeit jährlich 7,11 Mrd. € an Wertschöpfung erwirtschaftet. Einschließlich „indirekter und induzierter Effekte“ beträgt der jährliche Wertschöpfungsbeitrag sogar etwas mehr als 11 Mrd. €. Der Wintersport-BIP-Anteil liegt bei mehr als vier Prozent, etwa jeder 14. Arbeitsplatz in Österreich hängt direkt oder indirekt vom Wintersport ab. Die Grundlagen dafür sind die Schneesicherheit in der Winterlandschaft, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, eine moderne Skiinfrastruktur und die Größe des Skigebiets.

Nachhaltig  nachhaltig

Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, die Faktoren Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit in die Branche miteinzubeziehen. Auch hier ist Österreich schon seit Jahren aktiv, etwa mit Initiativen wie dem Transportnetzwerk „Alpine Pearl“, das auf seinen Touren und Fahrten mit Elektro-Bussen oder -Autos auf Umweltfreundlichkeit und nachhaltige Mobilität setzt. Und auch die heimische Politik hat den Handlungsbedarf erkannt. Für den grenzübergreifenden Schutz der Alpen setzt sich z.B. die Organisation CIPRA (Internationale Alpenschutzkommission) ein.

Eine wichtige und vor allem vielversprechende Rolle beim Entwickeln nachhaltiger Strategien für den Wintertourismus spielen die österreichische Forschung und die innovative Gründerszene. So hat etwa das Start-up Neuschnee GmbH ein weltweit einzigartiges Verfahren entwickelt, mit dem in einer künstlichen Wolke naturähnlicher, weicher und leichter Schnee erzeugt werden kann. Im Gegensatz zum Schnee aus der konventionellen Schneekanone, der aus gefrorenen Wassertropfen besteht, bilden sich hier in der Wolke „echte“ Schneekristalle. Der große Vorteil: Aus einem Kubikmeter Wasser lassen sich 15 Kubikmeter Schnee produzieren, dagegen käme man bei einer Schneekanone bei der gleichen Menge Wasser gerade einmal auf zwei Kubikmeter. Zudem benötigt die künstliche Wolke auch weniger Energie als die Schneekanone.

Ferner zählen derzeit auch neue Seilbahnprojekte und weitere Mobilitätsforschungen zur Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs zu den wesentlichen Investitionsbereichen der Tourismusbranche. Insgesamt überzeugt Österreich in puncto Nachhaltigkeit beim Skisport also mit einer Vielzahl an Maßnahmen, die einen möglichst schonenden Umgang mit den Ressourcen fördern. Internationale Investoren, die in Sachen Skitourismus auf unser Land setzen, profitieren damit nicht nur von einer attraktiven Landschaft mit vielfältigem und zugeschnittenem Wintersportangebot. Auch die innovativen Forschungen in den Bereichen Umwelt und Mobilität sind wichtige Faktoren, die dem touristischen Erlebnis und letztlich auch dem Wirtschaftsstandort einen echten Mehrwert bieten.

Skifahren mit rot-weiß-roten Marken

Mit Top-Marken wie Atomic, Fischer, Head und Blizzard agiert Österreich weltweit absolut in der Top Liga – eine stabile Exportquote von mehr als 80% veranschaulicht diesen Erfolg auf der Basis ständiger Investitionen und Innovationen der heimischen Skiindustrie.

Ein großes Ziel für die nächsten Jahre ist die Bearbeitung des chinesischen Marktes. Damit Millionen von Menschen im „Land der Mitte“ bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking Lust auf Skisport bekommen, entfacht die österreichische Skiindustrie gemeinsam mit führenden Unternehmen des „Netzwerks Winter China“ Rückenwind und Unterstützung der für Export, Wirtschaft und Österreichwerbung zuständigen Ministerien und Interessenvertretungen.

Zurück zum heimischen Schnee

… und wieder zurück zu den Zahlen und Fakten. TOP LEADER greift hier ein weiteres relevantes Detail des Wirtschaftsfaktors Tourismus heraus: Allein in den Ausbau und Ersatz von Beschneiungssystemen werden in Österreich im heurigen Jahr rund 56 Mio. € investiert – und damit um fünf Prozent mehr als im Jahr 2018. Dabei hatten sich schon im Vorjahr die Investitionen in Beschneiungssysteme um 2,9% gesteigert. Dazu kommt der Aufwand für die notwendige Versorgungsinfrastruktur (Leitungssysteme, Speicherteiche, etc.).

Und auch in den kommenden Jahren ist mit einem robusten Wachstum der Investitionen zu rechnen – bis 2021 könnten die Herstellererlöse auf über 64 Mio. € steigen.

Den stärksten Zuwachs für 2019 melden die Anbieter für Tirol mit einem Umsatzplus von knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von Salzburg und Oberösterreich mit einem Plus von rund sieben bzw. fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Steiermark werden im heurigen Jahr um vier, in Vorarlberg um drei Prozent mehr investiert als im Jahr davor. In Kärnten und Niederösterreich ist das Investitionsvolumen stabil.

Auch die österreichischen Seilbahnbetriebe sind und bleiben investitionsfreudig und haben im vergangenen Winter (also 2018/19) rund 220 Mio. € in die Hand genommen, davon einen erklecklichen Anteil für die Digitalisierung und auch allein elf Mio. € jährlich in Schulungen und Ausbildungen von Mitarbeitern für den sicheren Rettungseinsatz. (Rund 2.400 Seilbahn-Mitarbeiter sind speziell für den Bergungsbereich bzw. als Pistenrettungssanitäter ausgebildet.)

Unterm Strich werden sich die Gesamtinvestitionen ins österreichische Wintersporterlebnis auch 2019/20 auf fast 600 Mio. € summieren …

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